Was ist Volldünger?


Volldünger (auch als NPK-Dünger bzw. Vollkörner genannt) sind komplexe Düngemittel, die durch Trockenmischung von Ein-, Zwei- und Dreikomponentendüngern hergestellt werden. Dieses Verfahren ermöglicht es, eine unbegrenzte Palette der Düngemittel zu bekommen.

Typischerweise unterscheidet sich das Verhältnis von Stickstoff, Phosphor und Kalium in einem handelsüblichen Dünger von dem, das für eine bestimmte Kultur erforderlich ist. In diesem Fall ist man gezwungen, entweder einen Teil der Erträge zu opfern oder einige Nährstoffe im Überfluss einzubringen.

Vorteile des Volldüngers

Die optimale Lösung erhält man, indem man den Gehalt an Komponenten N : Р : K an einzelne Kulturen und bestimmte Äcker anpasst. So werden nur die erforderlichen Nährstoffe dem Boden zugeführt. Vorteile der Volldünger liegen auf der Hand. Das sind:

  • höhere Ernteerträge;
  • Reduzierung der Kosten der landwirtschaftlichen Produktion im Vergleich zu den herkömmlichen Düngemitteln;
  • einmalige Düngerzugabe möglich;
  • bessere Produktqualität und Verringerung des Gehalts an schädlichen Stoffen (vor allem Nitraten) dank dem optimalen Verhältnis der Nährstoffe;
  • reduzierte Bodenversauerung durch vollen Einsatz der Düngemittel.

Diese positiven Effekte sind nur möglich, weil die Zusammensetzung des Volldüngers für die geplanten Ernteerträge im Bezug auf bestimmte agrochemische Daten des jeweiligen Ackers „maßgeschneidert“ bestimmt wird.

Volldünger Zusammensetzung

Düngermischungen werden durch Vermischen von zwei oder drei körnigen oder nichtkörnigen Einnährstoffdüngern in speziellen Mischanlagen, in großen mechanisierten Lagerhallen der agrochemischen Zentren oder direkt in den Landwirtschaften hergestellt. Dies bietet eine erhebliche Einsparung an Zeit- und Arbeitsaufwand bei der Düngerzugabe im Vergleich zur getrennten Zuführung und steigert zugleich ihre Effizienz: Da alle Düngemittel in eine Spur eingebracht werden, verteilen sie sich gleichmäßiger über den Acker, einzelne Nährstoffe befinden sich dabei an gemeinsamen Zugabestellen.

NPK-Dünger 15-15-15

Es können Volldünger mit unterschiedlicher Zusammensetzung, d.h. mit verschiedenem N:P:K-Verhältnis hergestellt werden, je nach dem Bedarf der Kultur und den Eigenschaften des zu düngenden Bodens. In dieser Hinsicht haben solche NPK-Dünger einen Vorteil gegenüber fertigen Mehrnährstoffdüngern, deren Gehalt an Nährstoffen für eine bestimmte Kultur und bestimmten Boden nicht immer geeignet ist. Allerdings können nicht alle Dünger miteinander kombiniert werden, denn als Folge einer chemischen Reaktion zwischen ihnen sind unerwünschte Änderungen möglich, wie z. B. eine Verschlechterung der physikalischen Eigenschaften, Abnahme der Löslichkeit oder Verlust an erforderlichen Nährstoffen.

Bei der Zusammensetzung von Volldüngern soll der Bedarf einzelner Kulturen an einem bestimmten Verhältnis der Nährstoffe sowie Bodeneigenschaften und Art und Weise der Düngerzugabe (direkte Einbringung, Zuführung bei der Aussaat, Nachdüngung) berücksichtigt werden.

Zur Herstellung von Volldüngern mit hohem Gesamtgehalt an Nährstoffen und guten physikalischen Eigenschaften sind in erster Linie Harnstoff oder Ammoniumnitrat, Doppel- oder ammoniakhaltiges Superphosphat oder Ammophos, Flotations-Kaliumchlorid (grobkristallines KCl) zu nutzen.